David Sacks, ein bekannter Unternehmer und Investor, hat seine Rolle als Sonderberater von Donald Trump für KI- und Kryptowährungspolitik beendet. Er wird nun gemeinsam mit Michael Kratsios, einem hochrangigen Technologieberater des Weißen Hauses, den Vorsitz im President’s Council of Advisors on Science and Technology (PCAST) übernehmen.
Sacks erklärte in einem Bloomberg-Interview, dass seine 130-tägige Amtszeit als KI-Zar vorbei sei, sein Einfluss jedoch durch PCAST fortbestehen werde. Dieser Übergang stellt jedoch eine Verschiebung der Machtdynamik dar. Als KI-Zar hatte Sacks direkten Zugang zum Präsidenten und spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Politik. PCAST ist zwar einflussreich, aber ein beratendes Gremium, das Berichte und Empfehlungen erstellt und über keine direkte politische Entscheidungsbefugnis verfügt.
Ein hochkarätig besetzter Rat
Zur neuen PCAST-Reihe gehören Giganten der Technologiebranche wie Jensen Huang von Nvidia, Mark Zuckerberg von Meta, Larry Ellison von Oracle, Google-Mitbegründer Sergey Brin, Marc Andreessen, Lisa Su von AMD und Michael Dell. Sacks selbst bemerkte die beispiellose Konzentration hochrangiger Persönlichkeiten im Rat.
Auf der Tagesordnung des Rates stehen KI, fortschrittliche Halbleiter, Quantencomputer und Kernenergie. Ein Hauptaugenmerk wird auf der Umsetzung des kürzlich von Trump veröffentlichten nationalen KI-Rahmenwerks liegen, das darauf abzielt, die Vorschriften in den einzelnen Bundesstaaten zu vereinheitlichen. Sacks verwies auf die derzeit fragmentierte Regulierungslandschaft, in der 50 Staaten ihre eigenen KI-Regeln umsetzen, was für Innovatoren Compliance-Herausforderungen mit sich bringt.
Timing und Kontroversen
Der Zeitpunkt von Sacks‘ Übergang fällt mit der Prüfung seiner jüngsten öffentlichen Äußerungen zur Außenpolitik zusammen. Im „All In“-Podcast plädierte er für einen diplomatischen Ausstieg aus dem von den USA unterstützten Konflikt mit dem Iran und skizzierte mögliche Eskalationen, darunter Angriffe auf kritische Infrastrukturen und den Einsatz von Atomwaffen. Trump erklärte später, Sacks habe diese Ansichten nicht direkt mit ihm besprochen. Sacks tat die Podcast-Kommentare als seine persönliche Meinung ab, unabhängig von seiner offiziellen Rolle.
Der historische Einfluss von PCAST
In der Vergangenheit waren die Auswirkungen von PCAST von Verwaltung zu Verwaltung sehr unterschiedlich. Die Obama-Regierung verzeichnete die produktivste Phase und veröffentlichte 36 Berichte, von denen zwei zu konkreten politischen Änderungen führten, wie etwa der Öffnung des Marktes für rezeptfreie Hörgeräte. Trumps Rat in der ersten Amtszeit war langsam in der Organisation und hatte nur minimale Wirkung, während Bidens Rat stark akademisch ausgerichtet war und bescheidene Ergebnisse hervorbrachte.
Dieses neue PCAST zeichnet sich dadurch aus, dass es fast ausschließlich aus Führungskräften der Technologieunternehmen besteht, die es beraten wird, was zu einer neuen Dynamik bei der Umsetzung dieser Empfehlungen führen könnte.
Die Wirksamkeit dieses Beratungsgremiums bleibt abzuwarten, aber seine Zusammensetzung lässt auf einen stark von der Industrie getragenen Ansatz für die zukünftige Technologiepolitik schließen.
Obwohl Sacks‘ direkter politischer Einfluss letztendlich abgenommen hat, gewährleistet seine Position innerhalb von PCAST ein kontinuierliches Engagement bei der Gestaltung der Technologieagenda der Regierung.





















