TikTok hat Vereinbarungen mit einem Konsortium US-amerikanischer Investoren getroffen, darunter der Technologieriese Oracle, das Private-Equity-Unternehmen Silver Lake und das in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässige Unternehmen MGX, um ein mögliches Verbot nach Bundesgesetz abzuwenden. Der Deal, der bis zum 23. Januar abgeschlossen wurde, verlagert die Kontrolle über die US-Aktivitäten von TikTok auf ein neues Unternehmen mit einem mehrheitlich amerikanischen Vorstand. Dieser Schritt ist das Ergebnis langjähriger Bedenken der US-Regierung hinsichtlich der Datensicherheit und des möglichen Einflusses der chinesischen Regierung auf die Plattform, die über 170 Millionen amerikanische Benutzer hat.
Warum das wichtig ist: Daten und Kontrolle
Seit Jahren beobachten US-Gesetzgeber die Muttergesellschaft von TikTok, ByteDance, aus Angst vor Zugriffen der chinesischen Regierung auf Benutzerdaten. Während Shou Chew, CEO von ByteDance, einen solchen Zugriff wiederholt verweigert hat, forderte die US-Regierung strengere Schutzmaßnahmen. Im Kern geht es nicht nur um Spionage; Es geht um die Macht einer ausländischen Regierung, die den Informationsfluss an ein großes US-Publikum beeinflusst. Der Deal zielt darauf ab, dieses Problem zu lösen, indem die Kontrolle über US-Benutzerdaten, Algorithmen, Inhaltsmoderation und Sicherheit an ein von den USA geführtes Joint Venture übergeben wird.
Welche Änderungen gibt es für Benutzer und Ersteller?
Die bedeutendste Änderung wird der Algorithmus sein. Kelsey Chickering, Analyst bei Forrester, erklärt, dass der zugrunde liegende Algorithmus zwar derselbe bleiben dürfte, die Dateneinspeisung jedoch ausschließlich in den USA erfolgen wird. Dies bedeutet, dass Benutzer mit einer Verschiebung der Inhaltsempfehlungen rechnen können, die möglicherweise weniger vielfältig und global ausgerichtet werden. Der Algorithmus ist der Motor hinter der Suchtgefahr von TikTok und sagt voraus, was den Benutzern Spaß macht, um das Engagement zu maximieren. Eine reine US-Version wird wahrscheinlich amerikanische Trends und Geschmäcker in den Vordergrund stellen, was einige Benutzer abschrecken und andere anziehen könnte.
Schöpfer wie Jacob Pauwels von der beliebten Serie „Roll for Sandwich“ haben ihre Wetten abgesichert. Die Ungewissheit über das Schicksal von TikTok veranlasste viele dazu, ihre Präsenz auf Plattformen wie YouTube und Instagram zu diversifizieren. „Ich mache mir Sorgen über mögliche Zensurprobleme“, sagte Pauwels gegenüber CNET und fügte hinzu, dass die gleichen Datenschutzbedenken auch für US-Technologieunternehmen wie Meta gelten.
Der neue Vorstand und die neue Aufsicht
Der neue siebenköpfige Vorstand wird mehrheitlich aus Amerikanern bestehen, was eine bessere Kontrolle und Rechenschaftspflicht gewährleistet. Das Joint Venture wird die alleinige Befugnis haben, die Datensicherheit und Inhaltsintegrität für US-Benutzer zu gewährleisten. Ziel dieser Struktur ist es, die Aufsichtsbehörden zu beruhigen und den Nutzern zu versichern, dass ihre Daten geschützt sind. Die langfristigen Auswirkungen bleiben jedoch unklar.
Der Eigentümerwechsel garantiert keinen nahtlosen Übergang. Nutzer bemerken möglicherweise Änderungen bei den Inhaltsempfehlungen und Ersteller könnten Schwankungen bei Reichweite und Engagement feststellen. Wenn es der US-Version nicht gelingt, die virale Magie des Originals zu reproduzieren, könnten Nutzer zu Konkurrenten wie YouTube Shorts und Instagram Reels wechseln.
Letztendlich verschafft der Deal TikTok Zeit auf dem US-Markt. Es bleibt abzuwarten, ob das Unternehmen seine kulturelle Relevanz und Nutzerbasis unter neuen Eigentümern beibehalten kann.




















