BuzzFeed, einst der Liebling der digitalen Medien, steht vor einem kritischen Moment. Das Unternehmen, das virale Inhalte für Millennials definiert hat – denken Sie an „The Dress“ oder Michael B. Jordan, der mit Welpen spielt – kämpft nun darum, nicht zusammenzubrechen. Gründer Jonah Peretti gibt zu, dass sich BuzzFeed in einer Liquiditätskrise befindet, eine Folge davon, dass Werbeeinnahmen an Technologiegiganten abfließen und gescheiterte Expansionsstrategien.
Das Kernproblem? Das Werbemodell, das das Wachstum von BuzzFeed vorangetrieben hat, ist kaputt. Facebook und Google dominieren jetzt die Ausgaben für digitale Werbung, sodass Publisher wie BuzzFeed Schwierigkeiten haben, im Wettbewerb zu bestehen. Ein Börsengang im Jahr 2021 erwies sich als katastrophal: Die Aktie stürzte ab, als sich die Lage des Unternehmens änderte.
Aber Peretti gibt nicht auf. Er setzt auf eine radikale Wende: Künstliche Intelligenz. Er kehrt zu einem „Gründermodus“-Ansatz zurück und startet BuzzFeed im Wesentlichen als Startup neu. Dies sei eine risikoreiche Strategie, was er den Anlegern gegenüber offen zugibt.
Die Lösung liegt in der Tochtergesellschaft von BuzzFeed, Branch Office. Inspiriert von Nintendo wird diese Einheit KI-gestützte Anwendungen entwickeln, darunter interaktive Spiele und Nischen-Social-Communitys. Drei Projekte sind bereits in der Entwicklung:
- Conjure: Ein fotobasiertes Mystery-Spiel, das am Freitag erscheint.
- BF Island: Eine private Chat-App zum Teilen von Witzen unter Freunden.
- Quizparty: Eine kollaborative Plattform zum Erstellen und Teilen von Quizzen im BuzzFeed-Stil.
Perettis Vision besteht darin, die nächste Welle des Content-Konsums zu erschließen und KI zu nutzen, um ansprechende Erlebnisse zu schaffen, die über traditionelle Artikel und Videos hinausgehen. Der Erfolg dieser Wende bleibt ungewiss, aber sie stellt BuzzFeeds letzte Chance aufs Überleben dar.
Die Zukunft von BuzzFeed hängt davon ab, ob es sich als KI-gesteuerter Unterhaltungsknotenpunkt neu erfinden kann. Wenn Branch Office scheitert, könnte das virale Medienimperium in Vergessenheit geraten.




















