Waymo, der Hersteller autonomer Fahrzeuge, erhebt rechtliche Schritte gegen die Stadt Santa Monica nach einem Streit um rund um die Uhr verfügbare Ladestationen für seine fahrerlose Flotte. Die Klage geht auf Beschwerden von Anwohnern zurück, die behaupten, dass die nächtlichen Lichter und Piepgeräusche der Stationen störend seien und zu einer aktiven Behinderung der Ladeversuche von Waymo-Fahrzeugen führten.
Der Konflikt eskaliert
Waymo betreibt seit etwa einem Jahr zwei Ladestationen in Santa Monica mit 24-Stunden-Zugang, eine Bedingung, die die Stadt zunächst genehmigt hatte. Allerdings wuchs die Frustration der Bewohner, da der ständige Betrieb der Ladestationen, auch über Nacht, zu Schlafstörungen führte. Die Nachbarn versuchten, die autonomen Fahrzeuge physisch daran zu hindern, die Häfen zu erreichen, eine Taktik, die von den lokalen Medien als „Stapelung der Waymos“ bezeichnet wurde.
Obwohl Waymo eine einstweilige Verfügung gegen einen besonders hartnäckigen Bewohner beantragt hatte, sind die Versuche von Waymo, das Problem zu lösen, ins Stocken geraten. Das Unternehmen behauptet in seiner Klage, dass die Ladestationen kein öffentliches Ärgernis darstellen und dass die Einstellung des Betriebs seinem Geschäft „unmittelbar und irreparabel schaden“ würde.
Reaktion der Stadt und gescheiterter Kompromiss
Letzten Monat ordneten Beamte von Santa Monica Waymo und Voltera (den Betreiber der Ladeanlage) an, den Nachtbetrieb einzustellen, und verwiesen auf die Lärm- und Lichtstörungen als legitimes öffentliches Ärgernis. Waymo versuchte einen Kompromiss und schlug Software-Updates vor, um die Zufahrtswege der Fahrzeuge leiser zu machen und die Sicht zu verringern. Nach einem Treffen mit der Stadt am 15. Dezember konnte jedoch keine Einigung erzielt werden.
Waymo betont, dass das Unternehmen proaktiv auf erste Beschwerden reagiert habe, indem es die Regulierungsbehörden konsultiert und Maßnahmen zur Lärmreduzierung umgesetzt habe. Den Aufzeichnungen der Stadt zufolge waren die Beschwerden der Anwohner bis September 2025 sogar zurückgegangen. Dennoch bestand Santa Monica darauf, dass keine vorgeschlagene Lösung die Anwohner zufriedenstellen würde, was die Klage auslöste.
Umfassendere Implikationen
Der Streit geht über bloße nachbarschaftliche Belästigung hinaus. Waymo argumentiert, dass die Maßnahmen von Santa Monica im Widerspruch zu seinem erklärten Ziel stehen, Investitionen anzuziehen, insbesondere in einer Zeit, in der die Stadt mit einer Finanzkrise konfrontiert ist. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Behinderung eines ordnungsgemäß genehmigten Geschäfts ein investitionsfeindliches Umfeld schafft.
Waymos Serviceausweitung auf 120 Quadratmeilen im Los Angeles County, einschließlich stark frequentierter Gebiete wie Hollywood und Silver Lake, macht eine zuverlässige Ladeinfrastruktur von entscheidender Bedeutung. Das Unternehmen gibt an, dass in Santa Monica über eine Million Fahrten durchgeführt wurden, davon allein 50.000 im November, was auf eine erhebliche Abhängigkeit von den umstrittenen Ladestationen hindeutet.
„Die jüngsten Maßnahmen der Stadt Santa Monica stehen im Widerspruch zu ihrem erklärten Ziel, Investitionen anzuziehen.“ – Waymo-Sprecher
Der Fall verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen der schnellen Einführung autonomer Technologie und der Notwendigkeit, Innovation mit Belangen der Lebensqualität in Einklang zu bringen. Mit der zunehmenden Verbreitung fahrerloser Fahrzeuge werden wahrscheinlich ähnliche Konflikte entstehen, die Städte und Unternehmen dazu zwingen, nachhaltige Lösungen zu finden, die Störungen minimieren und gleichzeitig die Zugänglichkeit maximieren.



















