Wie Südkorea plant, die Einnahmen aus der KI-Chip-Steuer für Arbeitsplätze und Wohnraum auszugeben

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Südkorea hat ein Problem. Eigentlich haben sie ein Geldproblem. Die Art, von der andere Regierungen träumen.

Rekordgewinne der Chipindustrie überschwemmen die Steuerkassen des Landes. Samsung und SK Hynix stellen nicht mehr nur Speicherchips für Laptops her. Ihre Hardware ist buchstäblich das Rückgrat globaler Rechenzentren. Ohne sie gerät das KI-Rennen ins Stocken. Diese Hebelwirkung schlägt sich direkt in Steuereinnahmen nieder. Und jetzt überlegt die Regierung genau, was sie damit kaufen soll.

Der Stabschef des Präsidenten, Kang Hoen-sik, gab die Strategie am Sonntag bekannt. Sie richten einen „Zukunftsfonds“ ein.

Es ist nicht nur ein Schwarzfonds für zufällige Projekte. Kang beschrieb es als ein entscheidendes Werkzeug. Das Geld soll in die industrielle Infrastruktur fließen. Es unterstützt den Wohnungsbau. Es schafft Arbeitsplätze. Und ja, es zielt darauf ab, einen Teil der eklatanten Ungleichheit zu beseitigen, die seit Jahren am sozialen Gefüge nagt.

Wohin wird das Geld des KI-Booms zuerst fließen?

Strom und Wasser stehen an erster Stelle. Das mag im Vergleich zu neuen Startups langweilig klingen, ist aber die praktische Grundlage.

Kang sagte Dong-A Ilbo, dass ein Teil der Einnahmen direkt in die Versorgungsunternehmen fließen wird, auf die die Chipfabriken angewiesen sind. Ohne stabile Netze und endlos sauberes Wasser ist eine fortschrittliche Fertigung nicht möglich. Dies sind die Versorgungsunternehmen, die die Fabriken am Laufen halten.

Die Größe des Fonds steht noch nicht fest. Die Regierung überprüft diesen Monat die Haushaltsstrategie. Dann kommt die öffentliche Konsultationsphase. Es ist ein sorgfältiger Prozess, selbst in einer boomenden Wirtschaft. Kang äußerte sich jedoch unverblümt. Er warnte davor, diesen Glücksfall zu vergeuden. Dies ist ein Moment für strukturelle Veränderungen, nicht für vorübergehende Lösungen.

Die zusätzlichen Einnahmen, die der Chipmarkt mit sich bringt, dürfen nicht verschwendet werden, während über die Zukunft des Landes entschieden wird.

Welche Unternehmen treiben den südkoreanischen Chipsteuerboom voran?

Schauen Sie sich die Aktienkurse an, wenn Sie Beweise benötigen.

Die Aktie von Samsung Electronics ist allein im ersten Halbjahr dieses Jahres um über 170 % gestiegen. SK Hynix wurde noch verrückter und stieg um mehr als 300 %. Beide Unternehmen haben die Marke von 1 Billion US-Dollar Marktkapitalisierung überschritten. Es ist seltenes Gebiet.

SK Hynix hört nicht auf. Sie planen, über eine Notierung an der Nasdaq 45 Billionen Won – das sind etwa 25,7 Milliarden US-Dollar – aufzubringen. Unterdessen bereitet sich Samsung darauf vor, am Dienstag vorläufige Ergebnisse für das zweite Quartal zu veröffentlichen. Die Vorfreude ist an den Märkten bereits groß.

Dabei handelt es sich nicht nur um Konzernriesen. Sie sind nationale Anker. Beide sind Teil einer 800 Billionen Won schweren öffentlich-privaten Initiative zum Bau eines neuen Produktionszentrums im Südwesten. Diese Infrastrukturausgaben sind enorm. Es knüpft an das umfassendere Narrativ der Sicherung der Position Koreas in der globalen Halbleiterlieferkette an.

Warum ist dieser Ausgabenplan politisch umstritten?

Geld wie dieses sorgt immer für Diskussionen. Wie soll es ausgegeben werden? Wer gewinnt?

Die Frage ist zu einem lebendigen politischen Thema geworden. Im Mai schlug Präsidentschaftspolitikchef Kim Young-beon andere Ideen vor. Er sprach über Grundeinkommenssysteme für ländliche Gemeinden und Fischergemeinden. Er erwähnte die Unterstützung von Künstlern und Jungunternehmern. Das sind populistische Stücke. Ihr Ziel ist es, den Reichtum über den Unternehmenssektor hinaus zu verteilen.

Dann gibt es die Gewerkschaften.

Der Boom hat die Machtdynamik in der Werkstatt verändert. Tatsächlich musste Samsung einem massiven Bonusdeal zustimmen, um einen Großstreik im Mai abzuwenden. Es war ihre größte Gewerkschaft. Sie brauchten den Bonus nicht, um über Wasser zu bleiben, aber sie wussten, dass das Unternehmen zahlen konnte. Es schafft einen Präzedenzfall. Wenn Chiphersteller Geld drucken, warum sollten es die Arbeiter dann nicht auch sehen?

Der Fonds muss also eine Gratwanderung vollziehen. Infrastruktur braucht Geld. Junge Menschen brauchen Wohnungen und Startkapital. Von den Rekordgewinnen versprechen sich die Arbeitnehmer mehr.

Auf dieses Rätsel gibt es keine einzige Antwort. Vielleicht kommt die Wohnungsbauförderung bei der Öffentlichkeit besser an als die Modernisierung der Versorgungseinrichtungen. Vielleicht erhalten die Einkommensprogramme für den ländlichen Raum mehr Aufmerksamkeit als der Bau des Südwest-Hubs.

Was hängenbleibt, erfahren wir nach den Beratungen. Im Moment liegt das Geld dort und wartet darauf, in eine Wirtschaft eingesetzt zu werden, die reicher ist als je zuvor. Aber ist reicher besser? Oder einfach komplizierter?

Niemand scheint bereit zu sein, es mit Sicherheit zu sagen.

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